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Dave Bainbridge "Celestial Fire" (Open Sky Records 2014)


Opener "Heavenfield" klingt wie das Intro zu einem Hollywood-Film, der sich im keltischen Mittelalter herumtreibt. Auf éRob Roy' würde das Stück nicht als außergewöhnlich auffallen. Im weiteren Verlauf der 10 Tracks und 74:09 Minuten Spielzeit bleibt kaum etwas in dieser Art, wenn die keltisch folkloristischen Spielmittel auch immer wiederkommen. Dave Bainbridge, Komponist und Gitarrist bei Iona, legt ein reiches, ausführliches Album vor, das stilistisch in den schöngeistigen Symphonic Prog allerfeinster Prägung perfekt passt. Jubilierende Gitarren, Orgel, Cello, Violine, Rock- und Folklore-Instrumente und jede Menge Keyboards prägen das Bild der CD.
10 Jahre nach "Veil of Gossamer" kehrt Dave Bainbridge zu seinen Wurzeln und Einflüssen zurück und widmet sein neues Werk seinen frühen Vorbildern Yes, Gentle Giant, David Sancious and Tone, The Mahavishnu Orchestra, Curved Air, Hatfield and the North, Deep Purple, Clannad, Mike Oldfield, The Enid, Keith Emerson, Allan Holdsworth, Alan Stivell sowie Ralph Vaughan-Williams (to name but a few, wie er meint). Diese Musiker und Bands, sagt Dave, haben ihn zum Musiker gemacht.
Begleiten lässt sich der Multiinstrumentalist, der sämtliche Musik und die überwiegende Anzahl der Texte für sein neues Album schrieb, von namhaften Musikern, darunter Damian Wilson, Troy Donockley, Collin Leijenaar, Randy George, Joanne Hogg und Yvonne Lyon (s.u.).
Von den 10 Tracks laufen vier über 10 bis 15 Minuten, ebenso und keinesfalls minder kraftvoll sind die kürzeren Tracks. Keltische Folklore und kraftvoller symphonischer Progressive Rock, der stilistisch ganz im Hier und Jetzt verankert ist, wenn er seine Einflüsse auch aus der klassischen Phase bezieht, stecken in der DNA der vitalen Songs. Enorm kraftvoll arbeitet die Rhythmuscrew, darauf setzt Dave seine hymnischen Orgel- und Gitarrenmelodien, über denen zuletzt nur noch ein grandioses Gitarrensolo sitzt. Die vielen Sänger, am auffälligsten darunter sind Joanne Hogg und Damian Wilson, ihre Stimmen sind die bekanntesten, haben verschiedene Funktionen. Manche weibliche Stimme steht in einem balladesken Arrangement, wo die Leichtigkeit der Stimme perfekt passt, Joannes Stimme gibt den keltischen Parts Gesicht, während Damian Wilson den starken Rockparts die Texte gibt. Die Texte, im Booklet abgedruckt, sind ebenso schöngeistig und lyrisch wie die Songs, wenn die Musik auch oftmals durchaus heftig laut und bombastisch rockt und die Texte stets sanfte, lyrische, positive Inhalte haben.
Den Songs sind ausführliche Texte, also viel Gesang gegeben. Und doch sind die langen, partiell jam-artigen instrumentalen Passagen stärker präsent und im Vordergrund, arbeiten jazzrockige, symphonische, hartrockige Bestandteile aus. Selbst wenn weibliche Stimmen instrumentale Parts lautmalerisch begleiten, wirkt nur der symphonische Anteil stärker, bombastischer. Was kompositorisch in den einzelnen Songs steckt, ist ordentlich komplex. In manchem der Songs gibt es stete thematische und rhythmische Brüche, so dass vielfaches Hören so ein Stück erst lebendig macht.
Am eindrucksvollsten sind in den langen, komplexen Instrumentalparts Daves Gitarrensoli, die auf schneidende Sounds setzen, Jazzmuster und harten Rock kombinieren und von echter Inspiration zeugen. Typisch Progressive Rock. Daraus würden Allerwelts-Rock- und Popkünstler mehrere Karrieren basteln können, ohne ansatzweise nur so einen großen, guten Eindruck zu machen wie Dave Bainbridge mit "Celestial Fire".
Rundum Empfehlung!

Dave Bainbridge - 6 and 12 String Electric & Acoustic Guitars, Bouzouki, Mandolin, Piano, Organ, Keyboards, Autoharp, Finger Cymbals, Darbukka, Chimes, Indian Leg Bells, Beer Shaker, Tambourine, Backing Vocals
Collin Leijenaar - Drums, Mellotron Choir
Randy George - Bass Guitars, Taurus Bass Pedals
Gabriel Alonso - Gongs, Timpani, Percussion, Cymbals, Gongs, Crotales, Shaker
Damian Wilson, Sally Minnear, Yvonne Lyon, Julia Malyasova, Joanne Hogg, Andrea Alonso, Debbie & Evie Bainbridge, David Lyon, Graeme Duffin - Vocals
Troy Donockley - Uilleann Pipes, E Low Whistle and D High Whistle
David Fitzgerald - Tin Whistle, Flute, Chinese Flute, Soprano, Alto, Tenor and Baritone Saxes
Martin Nolan - Uilleann Pipes, Tin Whistle
Frank Van Essen - String Ensemble, solo Viola, solo Violin
Todd Reynolds - Solo Electric Violin
Corinne Frost - Cello

Artwork - Ed Unitsky
PRODUCED & MIXED BY: Dave Bainbridge
FORMATS: CD 6 page digipack with 16 page booklet, better than cd quality 24 bit Wav and MP3 Downloads

iona.uk.com
burningshed.com
VM



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