In The Labyrinth "DRYAD" (TonArt Production 2002)

Die Schweden mit dem Faible für asiatische Klänge sind zurück. In The Labyrinth, Parallelband zu den Orient Squeezers, schweben wieder mit ausgezeichneten und inspirierten Arrangements und Kompositionen aus den Boxen. Peter Lindahl und Hakan Almkvist haben mit den Gästen Fereidoun Nadimi, Helena Selander, Kristina Fuentes, Micke Lövroth, Ismet Demirhan und Stefan Ottman 11 Stücke eingespielt. Verblüffende, originelle und wunderschön zwischen Psychedelic Rock, orientalischer Folklore und skandinavisch-melancholischem Gespür lavierende Songs mit grandioser Vielseitigkeit. Mal mit bombastischem Ernst, mit forscher Fröhlichkeit, mit lyrischer Zurückhaltung oder gelöster Erregtheit - die Songs überraschen und überzeugen stets. Zwar ist der Rock-Anteil sehr gering, fällt die Produktion eher unter worldmusic - so wird sie doch auch dem Rockpublikum gefallen. Schmeichelhafte Melodien werden hier gezeichnet, die sich jedoch nicht leichtfüßig anbiedern, sondern die erobert werden wollen. Grazile Melodiefiguren, die sich vorschnellem Publikum verschließen, um sich im Wiederhören entdecken zu lassen. Sollte mich wundern, wenn dieses Album kein Hit wird. Worldmusic ist stark im Trend, diese CD geht jeglichem Kitsch, jeglicher Popmusik aus dem Weg. Peter Lindahl hat ein erstaunlich gutes Gespür für die beste Nuancierung, für tragische und forsche, schwere und leichte Momente. Anspieltip ist das 8minütige "Nargal", das zwischen wagnerianischer dramatischer Wucht und entschwebter asiatischer Folklore wechselt, das hat man noch nicht gehört. Obschon die tiefen Töne bedrohlich klingen, sprengen die Sitar-Töne doch jegliche Angespanntheit. Jeder Song ist anders auf "DRYAD", doch diese umfassende Kunst des Arrangements hat jedes Stück. Ein worldmusic - Highlight, das erobert werden kann.
VM



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