Roland Kovac New Set "Love that" (Garden Of Delights 2002)

Nach dem beeindruckenden "The master said" von 1971 spielte die Studioband Roland Kovac New Set 1972 den Nachfolger "Love that" ein. Wie der Vorgänger war auch dieses Album weniger für den öffentlichen Verkauf als mehr als Funk- und Fernseh-Hintergrundmusik gedacht. So ist das Cover schlicht gehalten, ohne Motiv. Die meisten Freaks haben "Love that" 1972 gewiss übersehen. Die 5 Stücke dieses kurzen Albums haben es in sich und sind ein interessantes Beispiel für frühen, noch längst nicht ausgefeilten und doch interessant komponierten Progressive Rock. Roland Kovac am Piano, Brian Auger an der Orgel, Siegfried Schwab als Gitarrist, Peter Trunk am Baß und Keith Forsey als Schlagzeuger spielten die 5 virtuosen, terassendynamischen, rein instrumentalen Stücke ein. Das Backcover gab zu den einzeln wechselnden Dynamiksprüngen innerhalb der Songs Kriterien ab. So wußte ein Filmemacher oder Hörspielregisseur schnell, wo er laute oder leise, melancholische oder schwer rockende Motive raussuchen konnte. Und in der Tat sind die von Roland Kovac komponierten Stücke etliche Male verwendet worden. Aber auch völlig ohne Film oder Hörspiel, in vollständiger Länge ist "Love that" gut genießbar. Ein interessantes, etwas naives und schlichtes Album, sympathisch und teilweise ungemein spannend. Gerade das 3. Stück "Sivertime", das eigentlich "Silvertime" heißen sollte, aber falsch geschrieben wurde (was jetzt auch für die CD so verwendet wurde), ist die perfekte Untermalung für einen Krimi. Ähnlich wie die Songs der Italiener Goblin, die B-Movies im Horror- und Polizei-Genre untermalt haben, nur klassischer inspiriert, kühler und strenger, klingt das Roland Kovac New Set. "Love that" bleibt melancholischer und ruhiger als "The master said". Nach 30 Minuten ist alles vorbei. Und erstaunt bleibe ich zurück, um festzustellen, dass das Album von einem großen, kunstvollen Spannungsbogen gehalten wird. Grandios!

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VM



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